Teil 2: Ein 12-jähriger Legastheniker als Lesekritiker von Oma Herta

Im ersten Teil „Was hat eine Mail mit guten Büchern für Legastheniker zu tun?“ der Serie „Legastheniker brauchen gute Bücher“ berichtete ich von Anja Stein, einer Buchexpertin.

Bist du nun auch der Ansicht, nachdem du die Mail von Anja Stein gelesen hast, dass es gute Bücher für Kinder mit Legasthenie geben muss? Du kannst gerne nochmals in den anderen Teilen der Serie nachlesen oder du überzeugst dich von der Begeisterung eines Jungen mit Legasthenie, wenn du seine Rückmeldung in diesem Blog liest.

Hier findest du alle Teile der Serie „Legastheniker brauchen gut Bücher“

Ich wollte herausfinden, ob die angepriesenen Bücher Anja Steins von Legasthenikern wirklich gerne gelesen werden. Außerdem interessierte mich, ob die bekannten Merkmale eines Buches für Legastheniker tatsächlich zum leichten Lesen führen. Es geht vor allem doch darum, dass dein Kind Spaß, Ausdauer und Freude am Lesen empfindet. Zu Beginn der Serie „Legastheniker brauchen Bücher“ hatte ich dir dazu geschrieben.

Mein Plan „Überzeuge einen Jungen, der nicht gerne liest, dass er ein Buch lesen möchte“

Nachdem ich die Mail von Anja Stein erhalten hatte, reagierte ich sofort. Ich bat sie um einige Probeexemplare ihrer Bücher für Legastheniker, die ich mit Kindern in meiner Praxis Institut Lernen zu lesen.  

Mein Plan war, einen 12-jährigen Jungen vom Lesen eines Buches zu überzeugen. Ich wusste, dass er in der Lerntherapie einzelne Sätze oder auch kurze Texte bereitwillig las. Ein Buch zu lesen, kam dennoch nicht für ihn in Frage. Zu sehr war er von den negativen Erlebnisse geprägt. 

Innerhalb kurzer Zeit hatte ich Post. Darin befanden sich drei Bücher:

  • Oma Herta und die Schmugglerbande
  • Lale und der wilde Garten
  • Ein unerwartetes Abenteuer

 

Mit folgender Vorgehensweise konnte ich Karl überzeugen, Lesekritiker zu werden 

Ich stellte Karl zunächst die Cover vor. Gemeinsam schauten wir die Bilder, die Buch- Titel, die Inhaltsverzeichnisse und die Inhaltsangaben an.  Im Gespräch philosophierten wir über die Inhalte der Bücher.  Wir besprachen, warum diese Bücher für ihn mit Leichtigkeit sowie mit Freude zu lesen sein könnten. Wir notierten die positiven Argumente, die für das Lesen des gesamten Buches sprachen. Danach fragte ich Karl, ob er sich vorstellen könnte, sich ein Buch zum Lesen auszuwählen, um die notierten Argumente zu überprüfen. 

Probelesen mit Oma Herta, der Schmugglerbande, Lale und einem unerwarteten Abenteuer

Ich ernannte Karl, einen 12-jähriger Legastheniker zum Lese-Kritiker von Oma Herta und der Schmugglerbande. Er wollte das Buch lesen und mir seine Rückmeldung dazu geben.

Karl der Lese-Kritiker von Oma Herta und der Schmugglerbande

Karl, 12 Jahre, war der erste Junge, der sich das Buch von Mia Mortiz „Oma Herta und die Schmugglerbande“ zum Lesen aussuchte.

Hierbei sollte er auf folgende Aspekte achten:

  • Lesbarkeit einzelner Buchstaben und Wörter
  • Lesedauer wie ein Kapitel, das gesamte Buch
  • Spaß und Freude beim Lesen
  • Spannung der Geschichte
  • Eigene Lust zu Lesen
  • Weiterempfehlung des Buches

Karl gab mir nach drei Wochen seine Rückmeldung Karl zu dem Buch „Oma Herta und die Schmugglerbande“.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Rückmeldung Karl Buch „Herta und Schmugglerbande“

Im dritten Teil „Ein Interview mit einer Buchexpertin für Legastheniker „ kannst du noch mehr über Anja Stein, ihr Fachwissen zu Büchern für Legastheniker und über ihre Bücher erfahren.

Ich freue mich, wenn du wieder beim Lesen dabei bist, wenn es darum geht, das gute Buch für dein Kind mit Legasthenie zu finden.

Deine Jeannine Hohmann

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