Leistung, aber wie?

Wie definierst du Leistung?

Google sagt dazu Folgendes:

Leis·tung/Leístung/ Aussprache lernen Substantiv, feminin [die]

  1. 1. [ohne Plural] das Leisten (1)
  2. 2a. etwas Geleistetes; geleistete körperliche, geistige Arbeit; unternommene Anstrengung und das erzielte Ergebnis“eine hervorragende, gute, schlechte, mangelhafte, schwache Leistung“

Klar ist, dass Leistung im schulischen Alltag einen hohen Stellenwert einnimmt und durch die Vergabe von Zensuren der Druck erhöht wird.

Ich referiere in meinen Seminaren über einen bekannten Schweizer Kinderarzt, Remo Largo, der für die Abschaffung der Noten plädiert. In seinen Büchern warnt er besonders vor dem Förderwahn sowohl innerhalb der Familie als auch in der Schule und stellt fest:

«Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.»

Remo Largo

Ich kenne einige Schulen, in denen Noten durch differenzierte Beurteilungsbögen ersetzt und später mit Zensuren ergänzt werden.

Wie stehst du zu dieser Leistungsbeurteilung, wenn du an die Kinder denkst, die aufgrund ihres AD(H)S von Beginn an ihre Leistungsgrenzen erreichen und dennoch den Leistungserwartungen nicht entsprechen?

Fakt ist, dass Leistung zunächst eine Wahrnehmung des eigenen physischen und psychischen Einsatzes darstellt.

Absolviere ich eine Tätigkeit mit hohem oder höchstem Einsatz, bin ich zufrieden mit meinem Resultat. Das Ergebnis entspricht meiner erbrachten Leistungsfähigkeit. So können Kinder sich als sportlich empfinden, wenn sie es schaffen zwei Runden um den Schulhof zu laufen. Denn zunächst steht ihr eigener Einsatz im Vordergrund.

Erst der Vergleich mit Gleichaltrigen oder die Anwendung von Bewertungsystemen lässt eine andere Wertigkeit der erbrachten Leistung entstehen.

Den Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S fällt es nicht leicht, ihre Leistung im Kontext zur Bewertung realistisch einzuschätzen.

So erlebe ich in meiner Praxis, dass die Beurteilung der eigenen Leistung mit den Rückmeldungen der Schule häufig nicht übereinstimmen.

Die Kinder und Jugendliche empfinden subjektiv einen hohen Einsatz, erzielen allerdings häufig schlechte Ergebnisse. Dies führt zu einer hohen Frustration, welches wiederum Folgeschwierigkeiten entwickeln lässt.

Der Sinn des Lebens besteht darin seine Individualität in Übereinstimmung mit der Umwelt zu leben.

Remo Largo

In Gesprächen beklagen die Lehrer, die Erzieher oft auftretende Verhaltensweisen, wie z.B. Streiten, Prügeln, Dinge zerstören, Respektlosigkeit, Regelmissachtung, Weinen oder Verweigerung. Die Kinder in meiner Lerntherapie erzählen mir, dass sie wütend seien, sich nicht verstanden fühlen würden, sie alles täten und es doch nicht ausreiche.

Das Komfort-Zonen Modell von Luckner und Nadler erklärt nachvollziehbar diese Verhaltensweisen und lässt uns erahnen, was diese Kinder bewegt.

Thomas Jorré, Agile Coach, beschreibt anschaulich, wie sich Menschen von einer Zone zur nächsten bewegen, warum sie dort verweilen und welche Auswirkung diese auf unser Verhalten haben.

Er erklärt, dass eine Komfortzone auch zur unkonfortablen Komfortzone werden kann.

Die unkomfortable Komfortzone

Der Name Komfortzone suggeriert, dass sich jeder dort wohl fühlen muss. Leider ist das nicht so. Es gibt Menschen, die haben so viele Erfahrungen mit ihrer Panikzone gemacht und sich immer wieder direkt auf bekanntes Terrain zurückgezogen, dass ihre Lernzone fast vollständig verschwunden ist.

Wenn diese Menschen einen Schritt aus der Komfortzone heraus machen, dann landen sie direkt jenseits ihrer Lernzone in ihrer Panikzone. Sie werden quasi handlungsunfähig. Selbst wenn es ihnen in ihrer Komfortzone gar nicht gefällt, weil sie zum Beispiel ihre Aufgaben nicht mögen, die Kollegen unsympathisch finden und vor ihrem Chef Angst haben, wagen sie keinen Schritt aus dieser Komfortzone heraus, weil sie befürchten, dass es außerhalb davon noch viel schlimmer ist. Sie ertragen lieber das gewohnt schlimme, als zu riskieren, etwas neues schlimmes zu erleben. Sie verharren in ihrer schrecklich unkomfortablen Komfortzone.

Das ist natürlich eine sehr schlechte Situation. Die meisten Menschen brauchen Unterstützung, um daraus zu kommen. Sie brauchen jemanden, der sie an die Hand nimmt und ihnen hilft in sehr kleinen tastenden Schritten langsam ihre Lernzone wieder aufzubauen.

Thomas Jorre, Agile Coach

Viele Kinder mit ADS/ADHS befinden sich aufgrund ihrer Grenzerfahrungen in ihrer unkonfortable Komfortzone.

An dieser Stelle bist du an ihrer Seite! Du nimmst ihre Stärken wahr, erkennst ihr tatsächliches Können, ihre die Null-Fehler-Grenze. An ihr orientierst du dich, um deine ADS/ADHS- Kinder aus der unkonfortable Komfortzone in die Lern-Zone zu begleiten.

Hilf deinen Kindern, Lust und Freude am Lernen zu entwickeln! Meine Leistungs-Tipps, ab wie? sind einige Anregungen für dich.

Mit klarer Sicht voraus!

Deine Jeannine Hohmann

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